Overwatch
Eine Woche Overwatch League und die Europäische Delegation
Letzte Woche erklang der Startschuss und die 12 Overwatch-Teams fingen an sich die Köpfe einzuklicken. Man hätte sich etwas Pessimismus sparen können, denn am Eröffnungstag schauten immerhin im Schnitt 408’000 Enthusiasten zu. Für die gesamte Woche mittelten sich die Zuschauer auf etwa 280’000 ein. Das übertraf anscheindend die Einschätzung des Twitch Content Marketing Chefs Bend Goldhaber, wie er in einem Tweet mitteilte.
Soo……
One of my roles at Twitch is to predict viewership for tentpole events.
I'm actually really good at this part of my job. Historically, my peak CCU range estimates are correct 90% of the time.
I WAS SO COMPLETELY AND UTTERLY WRONG ABOUT #OWL2018
— Ben Goldhaber (@FishStix) January 11, 2018
Als Kontrast: Das in der Schweiz bereits etablierte Dota 2 hatte während dem internationalen Turnier eine gemittelte Zuschauerzahl von etwa 400’000. Als ähnlichere Kategorie gibt es bei den First Person Shooters z.B. CS:GO mit 466’000. Es gibt also durchaus noch Raum zum wachsen. Verglichen mit Rainbow Six: Siege und deren 62’000 Zuschauern, ist der Erstauftritt der OWL aber kein Schuss in den Ofen.
Und Europa?
Nach etwas mehr als einer Woche haben sich die Teams schon etwas herauskristallisiert. Klar ist, die Koreaner haben wieder einmal die Nase vorn. Die drei Top Teams im Moment sind:
Seoul Dynasty
New York Excelsior

London Spitfire

Wenn Sie sich jetzt fragen wieso ich NYE und London zu den Koreanern zähle, dann verweise ich auf die Teamliste, in der nur Koreaner zu finden sind. Sucht man Europäische Spieler, muss man in den letzten Tabellenrängen bei Dallas Fuel, Florida Mayhem, oder in der Mitte bei Philadelphia Fusion suchen, dessen Talente grösstenteils aus Schweden kommen. Die Schweiz ist spielerisch nicht vertreten. Wer sich allerdings nach ein wenig Heimat sehnt, muss nicht umschalten. Schweizer Expertise ist im Panel vorhanden, das die OWL präsentiert. Soe Gschwind-Penski aus Basel und andere Präsentatoren bringen den Zuschauern die Highlights der Spiele und Strategien der Teams näher.
Another fun day at the Blizzard Arena…and so many more to come.
I have been traveling from… https://t.co/4hR9YRghzE
— Soe Gschwind-Penski (@Soembie) January 12, 2018
Bei den diversen Team-Hintergründen kann man getrost das Team unterstützen, das die besten Farben hat – oder dessen Spielweise am besten gefällt. Beides wird beim Zuschauen nicht zu übersehen sein. Man muss längst nicht mehr Fan des Lokalen oder erfolgreichen Teams sein – *hust* Liverpool *hust*.
Die schwache Leistung der europäischen Teams in der ersten Woche bedeutet keineswegs das Aus für Europa. Auf die Spieler kommen noch etwa 37 Matches zu, sie haben also die Möglichkeit, ihr Können zu zeigen, noch nicht vergeben. Insofern wünschen wir den Zuschauern und Teams der OWL GG und hoffentlich WP.

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Das Meta und Geguri
Das Aufspielen des neuen Patches in der Overwatch League hat die Teams vor einige Herausforderungen gestellt. Wie wir berichteten war Mercy am stärksten betroffen. Dies hatte auch zur Folge, dass die Pickrate der Schweizerin bei den Pros von 95 auf 32 Prozent fiel. Wie wir mutmassten, veränderte sich für den zweiten Support Zenyatta kaum etwas, während Lucios Pickrate von 12 auf 57 Prozent sprang. Tatsächlich wurde aber nicht wie erwartet die Quadtank Komposition gespielt, sondern die Zusammensetzung mit Tripletank, zwei Supports und einem DPS.
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Overwatch League Finale: Rache für New York
Die zweite Overwatch Phase nähert sich dem Ende. Wie erwartet dominieren die Koreaner von New York Excelsior (bleibt Platz 1) und London Spitfire (von Platz 3 auf 2) diese Phase. Dennoch gibt es Interessantes zu berichten. Seoul Dynasty, das dritte koreanische Team, ergattert sich voraussichtlich nur den 5. Platz. Die Houston Outlaws und Los Angeles Valiants die in der ersten Phase mit dem 2. und 4. Platz überzeugten, konnten sich nicht an den neuen Patch anpassen und rutschen jeweils auf den 8. und 7. Platz. Eine Überraschung gelang den Philadelphia Fusion und Los Angeles Gladiators, sie schnappten sich die freigewordenen Plätze.
Für den kommenden Sonntag ist NYX also zumindest im Halbfinal. Sollten sie das Spiel am Samstag gegen die schwankenden Valiants gewinnen, gelangen sie direkt ins Finale. Der Hauptrivale London Spitfires, der die NYX im letzten Phasenfinale schlug, hat dazu ebenfalls gute Chancen. Für den sicheren Platz müssen sie die Dallas Fuel und Shanghai Dragons schlagen. Ein Rematch des Phase 1 Finales ist also wahrscheinlich. Die Gladiators können sich ebenfalls mit zwei Siegen qualifizieren, sie müssen allerdings Boston Uprising sowie Philadelphia Fusion schlagen, beides starke Teams. Die Philadelphia Fusions und Seoul Dynasty brauchen für eine Präsenz im Final hingegen hervorragende Leistungen und müssen auf Entgleiser der Teams vor ihnen hoffen.
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Brigitte Lindholm, Held #27
Vor Kurzem beendete Blizzard die Gerüchteküche um Held #27 und gab das Menü an: Brigitte Lindholm. Die Schwedin ist der Origingeschichte nach der jüngste Torbjörnspross und kämpft an Reinhardts Seite. Die Ingenieurin hatte genug davon, nach Reinhardts Auseinandersetzungen seine Rüstung zusammenzusetzen. Sie entschied sich prompt den Hammer selbst in die Hand zu nehmen und Beulen präventiv auszuhämmern. Aber genug der Vorspeise, was kann der Held? Nun, diese Informationen will ich nicht hinter schwedischen Gardinen versteckt halten.
Introducing Brigitte—an engineer turned valiant squire ready to protect her allies on the front line.
Learn more @ https://t.co/JCSkZJGOzc pic.twitter.com/me59upxJYU
— Overwatch (@PlayOverwatch) February 28, 2018
Brigittes Kit kann sich sehen lassen, sie besitzt ganze 6 aktive Fähigkeiten und eine Passive. Beim Kämpfen wird aus Hammer ein Morgenstern und mit Linksklick wird ein breiter Schlag ausgeführt. Der Streitflegel richtet zwar wenig Schaden (35*) an, kann aber mehrere Gegner treffen. Als Alternative steht auch ein pfeffriger Flegelstoss zur Verfügung. Dieser fügt etwas mehr Schaden zu (70) und wirft wie Lucios Boop den Gegner zurück (10m), ist aber schwieriger zu landen. Als Support-Held kann sie alle 5 Sekunden ein Reparaturset auswerfen, das bis zu 150 heilt und bei Overheal bis zu 75 extra Rüstung gibt. Wie ihr Vorbild Reinhardt hat auch Brigitte ein persönliches Schild. Es ist aber kleiner wie Reinhardts und hat weniger (600) Hitpoints. Während das Schild aktiv ist, kann Brigitte ein bisschen nach vorne stürmen und Gegner dabei kurz (0.5s) betäuben. Wenn die Schwedin mit ihrem Flegel Schaden anrichtet, bekommt sie für kurze Zeit (5s) eine heilende Aura (16 hps). Das Ultimatum „Inbrunst“ macht sie schneller (20%) und verleiht ihr eine Aura, die Mitstreiter Rüstung gibt (60/s) und bis zu 150 Hitpoints Overheal als Rüstung gibt. Die extra Rüstung von Brigitte bleibt nach dem Ultimatum bestehen und wie normale Rüstung, zieht sie jeder Schadensquelle 5 Schadenspunkte ab. Mit diesem breiten Kit kann Brigitte viele Aufgaben erledigen, aber wo ist ihr Platz im Team?
Brigitte Highlight Intros With a Twist.
Credit: Noobinab0x#Overwatch #OverwatchLeague #OverwatchDogs #OverwatchRp #OWL2018 #blizzard2018 #blizzard #blizzardgear #genji #hanzo #brigitte #lucio #Dva #Winston #widowmaker pic.twitter.com/i7niifEu2S— Overwatch Cavalry (@OverwatchCaval) March 8, 2018
Die Heldin ist ein Flickwerk aus Fähigkeiten anderer Helden die leicht verändert wurden. Aber im Gegensatz zu den Originalen, verliert Brigitte immer etwas im Vergleich. Ihr Schild ist kleiner und ihre Angriffe sind schwächer als Reinhardts. Ihre konzentrierte Heilung (mit dem Reparaturset) ist zwar leicht besser als Lucios oder Zenyattas, aber sie kann weder effizient Massen heilen oder beschleunigen, noch kann sie mit der offensiven Stärke von Zenyatta mithalten. Wo kann denn Schwedin scheinen? Sie hat zwei hervorstechende Argumente: Sie überlebt und sie hat Overheal. Mit 200 Leben und 50 Rüstung, einem Schild, Stun und Mini-Boop ist sie bestens ausgerüstet dive Helden wie Winston, Tracer und Genji das Leben schwer zu machen. Mit dem Overheal kann sie zum Beispiel Tanks noch tankier machen. Reicht das um einen Platz im Team zu kriegen? Nicht wenn Mercy etwas zu sagen hat:
K. @overwatchleague pic.twitter.com/8wRI1Xc84F
— Overwatch (@PlayOverwatch) March 8, 2018
Aber, es kommt darauf an. Brigitte scheint besonders gut mit Helden zu arbeiten, die in ausgezogenen Rauferein glänzen. Beispielsweise Reinhardt (Yay! Lore-Synergie) und seine Deathball-Strategie könnte gut von ihr profitieren. Um ihre Fähigkeiten am besten zu verwenden, muss die Ingenieurin an vorderster Front kämpfen. Dort kann sie ihre passive Fähigkeit aufrecht erhalten und ihre Overheals einsetzen. Brigitte glänzt aber auch, wenn man gegen eine dive Komposition spielt. Ihre Schlüsselfähigkeit ist dabei der Mini-Stun, denn ein Stun kontert alles und schenkt die Möglichkeit auf flinke Helden wie Tracer und Genji zu reagieren, welche sonst nur schwer zu stoppen sind.
Da Brigitte keine hervorstechende meta-verändernden Fähigkeiten hat, wie zum Beispiel der Doppel-Rez von Mercy, oder die überwätligende Massenheilung von Moira, ist es schwer zu sehen wo und wie sie ins Meta reinpasst. Mit ihrem Overheal und Stun ist ihr aber eine Position im oberen Kader des Meta fast gewiss. Ich denke sie wird Zenyatta den Platz im Deathball streitig machen. Zur Zeit ist Zenyatta zwar fast immer der zweite Support, da er dank seiner Discord-Orb viel aggressives Potential mitbringt. Der Omnic ist aber eine Glaskanone und seine Heilleistung ist nicht sonderlich gut. Wenn es wichtiger ist am Leben zu bleiben, wird Zenyattas etwas unzuverlässige Offensive Frau Lindholms verlässlichem Heal weichen. Besonders kann ich mir vorstellen, dass auf Maps, auf denen Reinhardt schon beliebt ist, auch Brigitte gewählt wird. Bei den Fans ist sie jedenfalls schon sehr beliebt.
Had to draw her! @PlayOverwatch #brigitte #Overwatch pic.twitter.com/y8AME62CLE
— シナハ (@shizuka_na_hako) March 4, 2018
*Zahlen stammen aus der PTR. Die genauen Zahlen und Fähigkeiten können sich noch ändern.
