DOTA 2
Ode an ESL One Genting Finals
Klein aber oho! Das ESL One Genting hatte eine Menge spektakulärer Plays und viel Inspiration zum aktuellen Meta zu bieten. Die Matches waren atemberaubend, knapp, voller Turnarounds und das Turnier endete mit einem verdienten, weil äusserst hart erkämpften Sieg von Newbee. In den Drafts gab es eine Reihe kreativer und aggressiver Offlane-Kombinationen, wie z.B. Tinker und Zeus, aber auch sehr starke Einzel-Helden wie Naga Siren, Disruptor, Rubick, Bane und Earth Spirit, die sich hervorgetan haben.
Grand Finals
Im grossen Finale standen sich, in einer Reprise des TI7-Finales, erneut die DOTA-Titanen von Newbee und Team Liquid gegenüber. Von bisher 9 Begegnungen konnten die Chinesen keine einzige für sich entscheiden – nun endlich konnten sie den flüssigen Fluch brechen. Doch Team Liquid machte es ihnen nicht leicht; in ihrer aktuellen Form spielen sie wie Halbgötter. Das zeigte auch die Art und Weise, wie sie ihre Halbfinal-Gegner aus dem Weg geräumt haben (mehr dazu später). Dennoch rangen Newbee sie in einer epischen Schlacht nieder.
Beide Seiten setzten stark auf ihre Spielmacher und Comfort-Heroes. Für Team Liquid hatte Amer „Miracle-“ Al-Barkawi die höchste Farmpriorität und brachte diese, unterstützt durch sein Team aus Dota-Zauberern, mit genialen Plays und Spitzen-Networths auf den Boden. Bei Newbee war es insbesondere das unkontrollierbare, destruktive Duo von Xu „Moogy“ Han und Song „Sccc“ Chun, die Angst und Schrecken verbreiteten. Die cleveren Drafts von Zeng „Faith“ Hongda und das makellose Support-Spiel von Hu „Kaka“ Liangzhi machten Liquid in der Best-of-Five-Serie, die in atemberaubend engen Partien voll ausgespielt wurde, grosse Schwierigkeiten. Als Matchwinner im fünften Spiel tat sich Sccc hervor, als er mit einem beherzten Buyback auf seinem OD einen durchschnittlichen Teamfight zu einem Teamwipe-Blutbad machte. Der anschliessende, von der Aegis abgesicherte Push, besiegelte schliesslich Liquids Schicksal und beendete diese glorreiche, superknappe Finalreihe (Highlight-Video Teil 2, Minute 34:53).
Teil 1
Teil 2
Halbfinale
Liquid vs. EG
Wow! Nachdem EG in den Viertelfinals VP eliminert hatten, fanden sie im Halbfinal ihren Meister. Liquid begeisterte im Halbfinale mit einem unglaublichen 2-0 Blitzkrieg gegen EG – das muss man gesehen haben. Im ersten Spiel metzelten Liquid ihre Gegner in 22 Minuten mit 25 zu 5 Kills nieder. Mit dem Endresultat von 40 zu 8 Kills bei Minute 36:23 war auch das zweite Spiel eine Machtdemonstration, mit Plays, ab denen man sich die Augen rieb. Insbesondere als Miracle in der Mitte als Sniper von 3 Gegnern gegankt wird (ab Minute 10:22 im Video) und zwei Minuten später sogar von vieren (ab Minute 12:30 im Video), blieb der Mund offen stehen. Damit es spannend bleibt, wird an dieser Stelle nicht gsepoilert, was geschah:
Secret vs. Newbee
In Spiel eins der Bo3-Serie holte Team Secret das First Blood, und legt in den nächsten Minuten mit weiteren Kills nach. Newbee kämpfte sich jedoch nach und nach ins Spiel zurück, bis es nach 16 Minuten 7-9 für Newbee steht. Im Mid- und Lategame schliesslich konnte Secret sie nicht mehr herausfordern und Newbee fuhr den Sieg sicher nach Hause.
Das zweite Spiel schien für Team Secret die Wende in der Serie zu sein. Mit viel Entschlossenheit erarbeiteten sie sich Kill- und Farmvorteile – bis zur 25. Minute stand es 24 zu 12. Ace spielte einen gefährlichen Troll Warlord und wurde in einem entscheidenden Teamfight, vor der Roshan-Pit, grossartig von Ohayo gerettet (Ab Minute 25). In einem packenden Fight um die Bot Racks von Newbee wipte Secret das Team um Sccc beinahe – nur Medusa konnte sich in Sicherheit bringen. In der Folge verlor Newbee zwei Lanes Racks und die meisten Zuschauer hatten sie bereits abgeschrieben. Team Secret sah so aus, als wären sie in der Serie zurück, nachdem sie sich zwei Bahnen Racks und eine 20k Goldführung genommen hatten. Das Comeback von Newbee kam allerdings in Form von Sccc’s Medusa und seinem neu erworbenen Divine Rapier.
Es war sicherlich traurig zu sehen, dass Team Secret mit einem krankheitsbedingten Standin aus dem Turnier ausgeschieden ist, aber Newbee war heute definitiv das bessere Team.
Die ESL One Genting war „Dota at it’s best“. Obwohl auch ein als Favorit gehandeltes Virtus.Pro früh auf der Strecke blieb, zeigte jedes der Topteams ihr ganzes Können und das wiedererstarkte EG meldete sich zurück, um den Kampf um die Spitze noch weiter anzuheizen.
DOTA 2
ggwp Menschheit – Elon Musks AI besiegt die besten 99,95 Prozent
An diesem Sonntag traten fünf der besten Dota-Spieler der Welt gegen das neurale Netzwerk OpenAI Five an. Blitz, Merlini, MoonMeander, Fogged und Capitalist versuchten im OpenAI Five Benchmark Showmatch die Ehre der Menschheit zu verteidigen. Gespielt werden durften (bisher) nur 18 Helden, kein Divine Rapier, keine Bottle, keine Summons/Illusions und kein Scannen war erlaubt. Ebenfalls stand jedem Helden ein eigener Kurier zur Verfügung. Elon Musk ist zwar der Geldgeber von OpenAI, trotzdem hoffte er auf einen Sieg der menschlichen Spieler:
The humans
— Elon Musk (@elonmusk) August 5, 2018
Zuerst durften fünf Spieler aus dem Publikum ran, welche innerhalb von 14 Minuten kläglich scheiterten. Kein guter Anfang, aber zu erwarten. Doch den Castern und Ex-Pros um Blitz ging es nicht viel besser. Das erste Spiel verloren sie in nach knapp 22 Minuten, das dritte nach 25 Minuten. Bei beiden Spielen hatten auch sie nicht den Hauch einer Chance. Die Bots drückten sie mit einer Deathball-Strategie an die Wand, welche sie so entschlossen durchzogen, dass Team Human nichts dagegen unternehmen konnte. Es scheint, dass es den Bots einfach klarer ist, dass es im Dota darum geht den Ancient und alles was auf dem Weg dahin liegt zu zerstören und sich nicht in anderen Dingen zu verzetteln. Im dritten Spiel durfte das Publikum die Helden für den AI wählen, was in einem tröstlichen Sieg für Team Human endete. Allerdings war dem Netzwerk schon vor Beginn der Partie klar, dass sie sie aufgrund des Drafts verlieren werden.
Nach dem Spiel schlug Elon Musk dann vor, dass eine Symbiose zwischen Mensch und Maschine wohl der richtige Weg wäre.
Great work by @OpenAI. Need the neural interface soon to enable human/AI symbiosis.
— Elon Musk (@elonmusk) August 6, 2018
Die Einschränkungen die während der Spiele galten sind zwar drastisch, aber es scheint, als würden diese auch bald ausgeräumt und es scheint möglich, dass die Bots nicht mehr lange brauchen, bis sie für den nächsten Test, ganz ohne Restriktionen, bereit sind. Geil wäre es natürlich, falls ein Pro-Team, währenddes International 8, Zeit finden würde, um gegen die KI zu spielen. Das wäre dann die letzte Chance für die Menschheit zu beweisen, dass wir immer noch besser Strategen sind als Maschinen.
DOTA 2
The Schweiz is not enough: DACH Dota League angekündigt!
Dota 2 steckt im Sommerloch und daran konnte bisher nicht einmal das Drama um DeMoN und Team Admiral etwas ändern. Doch endlich erscheint ein Retter am Horizont!
Bid Dick Lionsky springt ein und organisiert die DACH Dota League im Turnierformat. Der Startschuss ist bereits in einer Woche: Freitag der 27. Juli beginnt die Gruppenphase. Registrieren kann sich bis dahin jeder, der in der Schweiz, Deutschland oder Österreich wohnt, unter diesem Link. Wer nicht schon in der Gruppenphase ausscheidet, hat die Möglichkeit um fantastische Preise zu spielen.

Zu gewinnen gibt es für jedes Teammitglied einen Prozessor von AMD, dazu eine komplette Peripherie mit Mousepad, Gamingmouse und Keyboard von Logitech, sowie eine Paysafecard mit bis zu 50 Euro. Die kompletten Preise seht ihr hier. Gestreamt wird das ganze auf dem Channel von BlacklightCast, dem ehemaligen SaphiraTV, welcher bereits die Coverage der deutschen Dota Season 1&2 übernommen hatte.
Wer also immer schon gedacht hat, dass es zuwenig Competition im eigenen Land gibt, das ist die Möglichkeit sich über gleich zwei Landesgrenzen hinweg zu prügeln!
DOTA 2
SESL Spring Season: Dota 2 Grand Finals!
Vergangenen Sonntag fand die SESL Dota 2 Liga ihren Abschluss. Zum Rendez-vous trafen sich mYinsanity und Honeymen, die beiden stärksten Teams der Liga, um endgültig festzustellen, wer die besten Gamingstühle hat. mYi kam ungeschlagen und als (ewiger) Titelverteidiger aus der Liga, die Jungs von Honeymen, welche während der Spielzeit auch nur eine Serie abgeben mussten (gegen mYi), waren trotzdem krasse Underdogs. Doch im Sport darf man immer auf Wunder hoffen, auch wenn man sie selbst bewerkstelligen muss!
Das Wunder bleibt aus
Wir wollen nicht zuviel falsche Hoffnung heraufbeschwören, mYinsanity gewinnt 3:0. Nach einem schnellen ersten Match, in welchem mYi die Honigliebhaber innerhalb von etwas mehr als 27 Minuten, mit einer Lycan-Strat, zurück in ihren Brunnen gedrückt haben, schien der Weg bereits gepflastert. Die Champions kamen in Fahrt und liessen auch in der zweiten Partie nichts anbrennen. Zwar wehrte sich Honeymen tapfer über fast 40 Minuten, doch mussten sie sich dann ebenso mit einem 40k Networth-Rückstand geschlagen geben.
Techies sprengt den Zeitrahmen
Nach dem zweiten Spiel wurden aus dem gutgelaunten Publikum, welches vor der unerträglichen Hitze draussen ins eParadise flüchtete, zehn Freiwillige ausgesucht, die in einem Turbo-Spiel um stattliche Preise kämpfen durften. In der allgemeinen Euphorie dachte sich tatsächlich jemand [Name d. Red. bekannt][Anm. d. Redaktion: „S’isch natürlich de Fizzzo de verdammti Terrorzwerg gsi!“], dass es eine gute Idee wäre Techies zu picken. Was sich als wahr herausstellte: Beide Teams nahmen sich nicht sonderlich ernst, präsentierten tolle Buildideen, wie z.B. Juggernaut Etheral Blade + Bladefury, und prügelten sich im längsten Turbo der Welt über 53 Minuten lang. Alles nahm ein gutes Ende, Techies hat verloren und jeder vom Verlierer-Team erhielt ein Mousepad von Medion Razor. Die fünf Spieler des Gewinner-Teams nahmen brandneue und hart erkämpfte Gamingmäuse vom gleichen Hersteller mit nach Hause.
Zurück im Ernstkampf
Honeymen hatte durch das Zuschauerspiel zwar genug Zeit, um sich eine Taktik gegen das überstark scheinende mYinsanity zurechtzulegen, doch gegen die Dominatoren der Schweizer Dota-Szene schien kein Kraut gewachsen. Im kürzesten Spiel des Tages holte sich mYi mit einer Axe-Skywrath-Combo den Titel und sicherten sich somit das Preisgeld von 1’500 CHF. Ihre Kontrahenten dürfen sich mit immerhin 750 CHF auf den Heimweg machen!

„Yaaaaaay!“ Ja, da freuen sie sich. Sogar bei blacki (Mitte) scheint sich ein Mundwinkel verdächtig nach oben zu ziehen. Bild: mYinsanity
Zwar holen sich die FC Basler unserer Liga erneut den Titel, doch irgendwann wird ein YB kommen um die erfolgsverwöhnten vom Thron zu stossen. Nächste Saison schon, welche im Herbst beginnen wird, könnt ihr das sein! Auch wir werden es versuchen.
